Take Time

Take Time

Genre: Kartenspiel • Rätselspiel • Strategiespiel
Autor: Alexi Piovesan, Julien Prothière
Illustrator: Maud Chalmel
Spieleverlag: asmodee / Libellud
Empfohlenes Alter: 10
Spieldauer: 30 Minuten

Take Time   06.04.2026 von Born2bewild

One-Hit Heroes und Take Time waren die ersten beiden Spiele der Neuheiten der SPIEL 2025, die wir gespielt haben und ironischerweise standen beide Spiele nicht auf unserer Liste. Zwar hatte Take Time einen sehr ansprechenden Stand auf der Neuheitenschau, gehörte aber nicht zu unseren Favoriten, da es uns sehr an The Crew oder Silent Planet erinnerte. Spiele, bei denen man zwar kooperativ spielt, aber nicht über seine Karten oder Züge reden darf. Irgendwie verlockend, kamen bei uns in der Runde aber meistens nicht so gut an. Doch dann wurde uns Take Time erklärt und wir beschlossen, uns die Zeit zu nehmen und das Spiel auszuprobieren. Um bei schlechten Wortwitzen zu bleiben: Ob das Spiel bei uns punkten konnte oder wir lieber das Zeitliche gesegnet hätten, erfahrt Ihr in unserem Review…

 

Spielmaterial und Aufbau

 

Das Spielmaterial zu Take Time ist relativ übersichtlich: Zwölf mysteriöse Umschläge mit schönem Uhr-Artwork, ein Stanzbogen und ein Papierumschlag mit Karten. Zu Beginn kann man zum Spielmaterial noch nicht so viel sagen. Die Marker des Stanzbogens sind eher schlicht, die Artworks der Uhrenumschläge wunderschön. Die Karten - eine Augenweide. Leider erkennt man es auf den Fotos nicht so richtig, sie sind alle auf den Rückseiten mit einem 3D-Effekt versehen. Ihr könnt die aufgedruckten Mondphasen und die Sonne also nicht nur durch die reflektierende Goldfarbe sehen, sondern auch ertasten. Dagegen wirken die Uhren schon fast trist. Sie sind vom Material her eher dünn, aber das ist ok. Dafür sind sie aber optisch sehr ansprechend.

 

Für den Spielaufbau mischt Ihr die vierundzwanzig Uhrenkarten und wählt Euch einen Umschlag (am besten spielt Ihr in Reihenfolge, da der Schwierigkeitsgrad aufsteigend ist). Aus diesem Umschlag nehmt Ihr das Spielmaterial heraus. Sollten Sonderregeln dabei sein, lest Euch diese am besten erst einmal durch. Die Uhren solltet Ihr noch nicht ansehen. Nur die erste könnt Ihr schon einmal offen in die Tischmitte legen. Mischt die Karten und verteilt gleichmäßig zwölf Karten, also die Hälfte. Bevor Ihr Eure Karten anseht, dürft Ihr Euch eine Taktik für die Uhr überlegen und Euch besprechen. Nach dem Ansehen dürft Ihr nicht mehr über Eure Taktik oder Züge sprechen. Nun nehmt Ihr Eure Karten und eine Person beginnt das Spiel.

 

Ziel des Spiels

 

Das Ziel einer Runde ist es, alle vier Uhren eines Umschlages/Kapitels zu lösen. Das macht Ihr, indem Ihr Eure Karten entsprechend der Regeln verdeckt um die Uhr anlegt. So liegen am Ende zwölf Karten um die Uhr herum und diese müssen von Beginn bis Ende aufsteigende Summen ergeben. Gelingt es Euch die Uhr so zu lösen, spielt Ihr die nächste. Gelingt es Euch nicht, könnt Ihr die Uhr mit einem (weiteren) Bonusplättchen erneut spielen. Eine Runde ist gewonnen, wenn Ihr einen Umschlag vollständig gelöst habt.

 

Die Anleitung

 

Die zwölfseitige Anleitung ist sehr ansprechend gestaltet und gut strukturiert. Beginnend mit der zweiseitigen Spielvorbereitung folgen fünf Seiten Spielablauf und weitere Detailerklärungen zum Lösen der Uhren und der Symbolik sowie des Ablaufs zwischen den Spielrunden. Insgesamt sind die Regeln sehr einfach und gut verständlich und somit schnell gelernt. Einen gewissen Grad an Komplexität gewinnt das Spiel aber dann durch die Sonderregeln der einzelnen Uhren der Kapitel.

 

Zeitmanagement mal anders…

 

Auch wenn das Ganze nach Zeitdruck klingt, spielt Ihr Take Time in Ruhe nacheinander im Uhrzeigersinn. Wenn Ihr an der Reihe seid, legt Ihr eine Eurer Handkarten verdeckt an eine der sechs Bereiche der Uhr. Dabei solltet Ihr Eure zuvor besprochene Taktik beachten und die Tatsache, dass die Karten, die am Ende an der Uhr liegen, eventuell Bedingungen erfüllen und in Ihrer Summe aufsteigend sein müssen. Außerdem gilt bei fast jeder Uhr, dass die Summe der anliegenden Karten nie größer als 24 sein darf. So spielt Ihr reihum alle zwölf Karten aus, bis es zur Auflösung kommt. Dabei deckt Ihr die Karten auf, prüft, ob die Summen der Karten aufsteigend sind, und Ihr die Bedingungen der Uhr erfüllt habt. Ist das der Fall, gilt die Uhr als gelöst und Ihr fahrt mit der nächsten fort. Erfüllt Ihr nicht alle Bedingungen, könnt Ihr entweder ein Aufdeckplättchen aufdecken und die Uhr wiederholen oder sie überspringen und in einen speziellen (anfangs leeren) Umschlag legen und später spielen.

 

Die Aufdeckplättchen helfen Euch immer nur für eine Uhr und erlauben Euch pro Hinweisplättchen eine gewisse Anzahl an Karten offen zu spielen. Sinnvoll ist es immer ein Kapitel oder Umschlag zu Ende zu spielen, bevor man das Spiel unterbricht. Es ist aber natürlich auch möglich, nach jeder Uhr aufzuhören.

 

Bildergalerie von Take Time (9 Bilder)

Lieferumfang

 

  • 1 Spielanleitung
  • 12 Sonnenkarten
  • 12 Mondkarten
  • 1 Uhrzeiger
  • 3 Aufdeckplättchen
  • 3 Bonusplättchen
  • 10 Kapitel-Umschläge
  • 1 Astrolabium-Umschlag
  • 1 Zeitsprung-Umschlag


Cover & Bilder © Cover: asmodee / Bilder im Artikel und Teaserbild: www.sofahelden.de


Das Fazit von: Born2bewild

Born2bewild

Alex:

Bei Take Time ging es mir fast so wie bei One-Hit Heroes. Als Josi die Regeln erklärte, dachte ich mir: Oh je, das wird langweilig. Doch das Spielprinzip machte so viel Spaß, dass das Spiel bei uns einen ganzen Abend füllte. Es wirkt einfach, birgt aber taktische Tiefe und ist auch bei Niederlagen noch motivierend. Die ersten Runden brauchten wir erst einmal, um uns in der Runde einzugrooven, dann ging es aber trotz der steigenden Schwierigkeit immer besser von der Hand. Niederlagen kamen vor, wurden aber weggesteckt. Häufig lagen wir aber auch sehr knapp daneben, was uns umso mehr motivierte, es im nächsten Versuch zu schaffen. Vom Wiederspielwert her ist es meiner Meinung nach auch sehr hoch, denn von den 24 Karten sind ja immer nur 12 im Spiel, was das Spielgefühl verändert. Hinzu kommen die 10 Kapitel mit insgesamt 40 Uhren. Es gibt also auch da sehr viele Variationen und sehr viel Abwechslung. Für mich eine 9/10 mit Tendenz zur 10.

 

Josi:

Ich muss mich Alex anschließen, allerdings war mir beim Lesen der Anleitung schon klar, dass das ein Spiel nach dem Prinzip „easy to learn, hard to handel“ sein wird. Selbst mit einer super guten besprochenen Taktik kann man das verlieren, weil die Karten einfach so gar nicht ins Konzept passen. Ein wirklich tolles Spiel, das wir nicht auf dem Schirm hatten, aber uns beim Erklären sehr schmackhaft gemacht wurde. Das Artwork ist ganz phantastisch und mir ist das im Regelfall gar nicht so wichtig. Jede Uhr ist anders als die davor und – wie Alex erwähnte – erneut spielbar. Dazu wird man ja zwangsweise auch genötigt, wenn man es nicht geschafft hat. Für mich auf jeden Fall ein unerwartetes Highlight von der Spiel 2025.


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