Robo Run

Robo Run

Genre: 2-Spieler-Spiel • Abenteuer • Überleben • Programmierung
Autor: Eryk Nowak
Illustrator: Hanna Kuik
Spieleverlag: Portal Games
Empfohlenes Alter: 10+
Spieldauer: 20-30 Minuten

Robo Run   14.10.2026 von Born2bewild

Als wir von Robo Run das erste Mal gelesen haben, dachten wir zuerst daran, dass es einfach ein weiteres „Wir programmieren unseren Roboter ohne darüber zu reden“-Spiel ist, nur in einer Duell-Variante. Doch schnell stellten wir fest: Es ist ja kooperativ und man durchlebt immer mehrere Szenarien in einer Kampagne. Dabei müssen wir aber jedes Mal gemeinsam versuchen, unsere guten Roboter entkommen zu lassen, ohne dass die bösen sie erwischen. Dabei werden unsere Roboter aber auch immer besser, erhalten neue Fertigkeiten und Bewegungsmöglichkeiten. Ob das dem Spiel auch die Möglichkeit zu einer hervorragenden Wertung gibt? Das erfahrt Ihr in unserem Review…

 

Wir haben uns die englische Fassung von Portal Games angesehen. Da die deutsche Anleitung noch nicht verfügbar war, können die von uns verwendeten Begriffe in der finalen deutschen Version von Pegasus abweichen.

 

Spielmaterial und Aufbau

 

Robo Run ist zwar ein Kartenspiel, bei dem Ihr Euch durch geschicktes Ausspielen Eurer Karten durch die fünf Kampagnenbücher spielt, doch zum Spielen ist noch etwas mehr Material notwendig. Es gibt zwei relativ dünne, beidseitig bedruckte Roboter-Tableaus, auf denen Ihr mit dem beiliegenden abwischbaren Stift Eure Fertigkeiten markieren könnt. Die fünf Szenariobücher liegen als Ringbücher bei und sind nicht nur gut geschrieben, sondern sind auch sehr liebevoll gestaltet. Hinzu kommt ein Stanzbogen mit diversen Markern. Für unseren Geschmack könnte das Spielmaterial etwas dicker sein, aber es erfüllt seinen Zweck. Die Spielkarten liegen in zwei Formaten bei. Die Aktions- und Ereigniskarten sind etwas größer und sehr übersichtlich gestaltet. Man hat sich hier auf das Wesentliche konzentriert. Etwas mehr zu sehen gibt es auf den Ausrüstungskarten, die im kleineren Format beiliegen. Etwas schade ist es, dass die Karten hier in Kunststoffbeuteln untergebracht sind. In einem Zipp-Beutel findet Ihr die süß aussehenden Roboterfiguren aus Holz. Außerdem liegen noch ein paar weitere Beutel zum Verstauen des Spielmaterials bei. Es gibt zwar ein rudimentäres Inlay, dieses bietet aber nur zwei Fächer, ein großes für die Szenariobücher und ein kleineres. Insgesamt sind wir aber durchaus zufrieden mit dem Spielmaterial. Gerade die Szenariobücher sind ein Highlight.

 

Für den Spielaufbau legt Ihr Euch als erstes eines der Kampagnenbücher in die Tischmitte und lest Euch die Geschichte und das erste Szenario durch. Anschließend einigt Ihr Euch, wer welche Farbe spielt und sucht Euch jeweils eine Seite aus. Die Roboter unterschieden sich in ihren Fertigkeiten. Als nächstes mischt Ihr die Ereignis- und Gegenstandskarten und legt sie als zwei verdeckte Stapel bereit. Nun verteilt Ihr die Aktionskarten gleichmäßig und am besten auch gemischt, und zwar nicht nur in der Reihenfolge, sondern auch nach ihrer Vorder- und Rückseite. Ihr verteilt sie gleichmäßig auf Eure beiden Kartenhalter und stellt sie vor Euch auf (guckt Euch nicht die Rückseiten Eurer eigenen Karten an). Am besten sitzt Ihr gegenüber, sodass Ihr Eure eigenen Karten und die Rückseiten des Gegenübers sehen könnt. Die Marker und Plättchen legt Ihr neben dem Szenariobuch bereit. Nun dürft Ihr entweder eine Spezialfertigkeit oder eine Chipfertigkeit ankreuzen. Außerdem legt Ihr einen Batteriemarker auf die Eins Eurer Energieleiste. Abschließend müsst Ihr noch dem Szenarioaufbau folgen und die Roboterfiguren auf die entsprechenden Felder legen. Außerdem kommt noch auf jedes Feld mit einem Symbol der passende Marker. Diese könnt Ihr im weiteren Spielverlauf einsammeln. Dann bestimmt Ihr eine Person, die anfängt, und gebt Ihr den Startspielermarker.

 

Ziel des Spiels

 

Wie bereits erwähnt, habt Ihr bei Robo Run fünf Kampagnenbücher, die jeweils in einem Rutsch durchgespielt werden können und bei denen Ihr jeweils die Entwicklung Eurer Roboter beibehaltet. Jede dieser Kampagnen hat fünf Szenarien und ein Bonusszenario. Das Ziel ist es immer Eure guten Roboter ins Ziel zu bekommen, bevor sie von den bösen Robotern erwischt werden.

 

Die Anleitung

 

Robo Run ist relativ einfach. Die Anleitung umfasst zwölf Seiten, von denen sich vier mit dem Spielablauf beschäftigen. Die übrigen beschreiben den Spielaufbau, bestimmte Felder in den Szenarien, die Fertigkeiten der Roboter und die Solospieler-Regeln. Interessant ist dabei, dass bei der Beschreibung der Felder auch jeweils angegeben ist, in welchen Kampagnen Ihr sie findet. Zur Vervollständigung befindet sich auf der Rückseite der Anleitung noch eine Übersicht der Phasen, Hinweise zum Erstellen eigener Karten und Herausforderungen, die Ihr abhaken könnt. Insgesamt ist die Anleitung sehr verständlich geschrieben und vom Design und Kontrast auch gut lesbar. Das Design passt thematisch sehr gut zu den Robotern.

 

Lauf! For…robo lauf!

 

Gespielt wird Robo Run in maximal vier Runden. In jeder der Runden werden alle sechs Aktionskarten ausgespielt. Außerdem ist jede Runde in vier Phasen aufgeteilt:

 

  • Aktionsphase
  • Aufräumphase
  • Event
  • Neue Roboter

 

In der Aktionsphase führt Ihr Eure Aktionen aus. Das heißt, die Person, die den Startspielermarker hat, sucht sich eine der sechs Karten aus, die sie sieht. Also die Vorderseiten der eigenen und Rückseiten der des Gegenübers. Dann nimmt sie diese Karte, legt sie vor sich hin und führt von oben nach unten sowie links nach rechts die Aktionen aus. Das sind in der Regel Bewegungen. Als erstes für die eigenen Roboter, dann die des Gegenübers und am Ende die bösen Roboter. Alle Bewegungen müssen - sofern möglich - durchgeführt werden. Außerdem dürft Ihr Euch während eines Szenarios nicht absprechen. Nachdem alle Aktionen durchgeführt wurden, ist die andere Person an der Reihe. Das macht Ihr so lange bis alle Karten ausgespielt wurden. Außerdem habt Ihr mit den zwei Token noch einmal pro Runde die Möglichkeit, Eurem Gegenüber zu zeigen, welche Karte nicht gespielt werden sollte und könnt einmal Passen.

 

Sobald alle Karten ausgespielt sind, müsst Ihr aufräumen. Dafür dreht Ihr die beiden Tokens wieder auf die verfügbaren Seiten und steckt die vor Euch ausgelegten Karten umgedreht wieder in Euren Kartenhalter.  Dabei kann es vorkommen, dass eine Person mehr Karten hat als die andere.

 

Nun kommt der Event-Stapel ins Spiel. Ihr deckt die oberste Karte auf und führt die abgebildeten Aktionen aus. Dabei bewegen sich bestimmte böse Roboter auf Eure Roboter oder den Ausgang zu.

 

Als letztes folgt die „Neue Roboter“-Phase. Ihr nehmt den Roboter vom Szenariobuch, der am Ende dieser Runde ins Spiel kommt, und stellt ihn auf das entsprechende Zahlenfeld.

 

Das Spiel endet entweder nach vier Runden oder wenn einer Eurer Roboter von einem der bösen erwischt wird mit einer Niederlage. Landen alle Eure Roboter im Ziel gewinnt Ihr und habt die Möglichkeit, mit dem nächsten Szenario fortzufahren. Eine Kampagne hat fünf Szenarien. Solange Ihr eine Kampagne spielt, bleibt der Fortschritt Eures Roboters erhalten und ihr müsst nur die übrigen Schritte des Spielaufbaus befolgen. Wichtig ist beispielsweise, dass der Ausrüstungsstapel während der ganzen Kampagne nicht gemischt wird.

 

Bildergalerie von Robo Run (13 Bilder)

Lieferumfang

 

  • 5 Kampagnenbücher
  • 6 Aktionskarten
  • 4 Ereigniskarten
  • 10 Ausrüstungskarten
  • 2 Roboter-Tableaus
  • 2 Kartenhalter
  • 1 Abwischbarer Stift
  • 4 gute Roboter
  • 16 böse Roboter
  • 42 Marker


Cover & Bilder © Cover: Portal Games / Bilder im Artikel und Teaserbild: www.sofahelden.de


Das Fazit von: Born2bewild

Born2bewild

Robo Run funktioniert. Es ist herausfordernd und macht Spaß. Obwohl wir eigentlich keine Zweispieler-Spiele spielen und auch kein Fan von Spielen sind, bei denen man nicht reden darf, ist das hier die doppelte Ausnahme. Die Entwicklung der Roboter ist eine nette Sache. Durch den Stift ist es auch relativ einfach, einen Spielstand zu „speichern“ (einfach ankreuzen/markieren). Das was uns allerdings noch ein wenig fehlt sind zusätzliche Karten, hier hätte ich mir bei der Entwicklung der Roboter ein wenig mehr gewünscht. So sind es nur sechs Karten, was aber wiederum den Vorteil hat, dass man sie nach ein paar Szenarien schon kennt und so besser abschätzen kann, was die andere Person machen kann. Ok… nicht alle, Alex kann es sich nicht merken, aber man könnte… Vermutlich ist das auch der Grund, warum es „nur“ sechs Karten gibt. So ist man bei späteren Szenarien „erfahrener“. Alles in allem ein durchaus solides Spiel mit leichten Schwächen in der Materialstärke. Wir kommen abschließend auf unterhaltsame 8/10 Punkte.


Die letzten Artikel des eingeschworenen Redaktions-Teams in leidenschaftlicher Kooperation:




Kommentare[X]

[X] schließen