![]() |
Killing Faith
|
BEWERTUNG |
16.05.2026 von MarS"Elevated Horror" ist immer noch ein beliebtes Arthouse-Subgenre, das die Filmfans gekonnt in zwei Lager spaltet. Und dennoch hat sich Filmemacher Ned Crowley nicht davon abhalten lassen, nicht nur eben dieses Genre zu bedienen, sondern es auch noch mit einem Western zu kombinieren. Capelight Pictures veröffentlicht das Ergebnis nun auf DVD, Blu-ray und 4K UHD...
Arizona 1849. Sarah Worthington (DeWanda Wise) ist eine befreite Sklavin, die gemeinsam mit ihrer Tochter (Emily Ford) und dem geistig behinderten Edward (Jack Alcott) auf einer abgeschiedenen Farm lebt. Sarah ist es jedoch nicht erlaubt, ihre Tochter mit in die zugehörige Gemeinde zu bringen, denn jedes Lebewesen, das von ihr berührt wird, stirbt, weshalb die Stadtbewohner sie für vom Teufel besessen halten. Um ihr Kind zu retten entschließt sich Sarah, den Wunderheiler Ross Corner (Bill Pullman) aufzusuchen, doch für die lange und beschwerliche Reise durch das Land benötigt sie dringend einen Führer. Angelockt vom einfach verdienten Geld erklärt sich schließlich der drogenabhängige Arzt Dr. Steelbender (Guy Pearce), der selbst seine gesamte Familie verloren hat, dazu bereit, die beiden zu begleiten, fest davon überzeugt, dass es sich bei den mysteriösen Kräften des Kindes um eine einfache Krankheit handeln muss...
Bereits in Brimstone - Erlöse uns von dem Bösen hatte Guy Pearce bewiesen, dass er in düsteren Western wirklich gut aufgehoben ist. Während er in Martin Koolhovens brachialem Drama jedoch den abgrundtief hassenswerten Antagonisten verkörperte, übernimmt er in dem Mystery-, Horror- und Westermischling Killing Faith nun die Rolle eines vom Schicksal niedergeschlagenen, hoffnungslosen Mannes, der keinen Glauben mehr besitzt und für den das Leben eigentlich längst jeden Sinn verloren hat. Wobei Ned Crowley, sowohl Regisseur als auch Drehbuchautor hinter Killing Faith, den Glauben nicht nur auf religiöser Ebene als zentralen Ankerpunkt in seiner Geschichte verwendet, sondern es beispielsweise seinem Publikum an vielen Stellen ermöglicht darüber nachzudenken, welche Interpretationsmöglichkeit man denn nun selbst eigentlich glauben möchte. Denn Killing Faith verzichtet bewusst darauf, jedes Ereignis zu erklären oder in Gänze aufzulösen, und baut dadurch sowohl eine ganz eigene Atmosphäre, als auch ein fortlaufendes Mysterium auf, dass den Spannungsbogen immer weiter anzieht, ohne ihn jedoch jemals wieder zu lösen. Selbst am Ende bleiben hier zahlreiche Fragen unbeantwortet, und hinterlassen damit eine unangenehme Ungewissheit, die für viele Zuschauer extrem unbefriedigend sein könnte. Genau darin liegt - wie so oft bei "Elevated Horror" Filmen - gleichzeitig auch das Problem der Inszenierung, denn während die Handlung gemächlich, beinahe andächtig voranschreitet, von einem Wegpunkt der Reise zum nächsten schreitet und eine Menge Zeit dafür genutzt wird, den Charakteren Tiefe zu verleihen, lässt Ned Crowley seine Geschichte zwar nicht gänzlich unbeendet, auf jeden Fall aber inhaltlich für viele Möglichkeiten offen. Bis dorthin liefert Killing Faith selbstredend eine Menge ruhige und ausgeprägte Dialogpassagen, die das Geschehen für so manchen etwas träge wirken lassen, und die nur von gelegentlichen, dafür aber umso derberen Gewaltausbrüchen sowie sehr dezent eingesetztem, sehr dunklem Humor unterbrochen werden. Man könnte Killing Faith entsprechend ein wenig mit Bone Tomahawk vergleichen, der damit wohl ein ähnliches Publikum ansprechen dürfte, denn auch wenn sich die Gewalt in Bone Tomahawk im Gegensatz zu Killing Faith vor allem auf das Finale beschränkt hatte, so sind zahlreiche, vor allem atmosphärische Parrallelen zwischen den beiden "Horror-Western" nicht von der Hand zu weisen.
Details der 4K UHD
Die 4K UHD liefert ein hervorragendes Bild mit sehr schöner Farbtiefe sowie einem kräftigen Kontrast. Das Bild ist durchwegs scharf und detailreich, und trotz des satten Schwarzwerts gehen auch in den dunklen Bildbereichen keine Details verloren. Die Farbgestaltung ist durchwegs von bräunlichen, düsteren Tönen dominiert, was perfekt mit der beinahe unwirklichen Atmosphäre der weiten Prärie harmoniert. Die Tonspur zeichnet sich durch eine dynamische, gut ausbalancierte Abmischung aus, wobei Umgebungsgeräusche und Effekte ansprechend im Raum verteilt werden, jedoch niemals zu akzentuiert oder ausschweifend ausfallen. Dialoge bleiben stets klar und verlustfrei und werden sehr gut ortbar wiedergegeben. Cover & Bilder © capelight pictures OHG / © Photographer Michael Moriatis Das Fazit von: MarS
|
|

Inhalt




Kommentare[X]