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Der Medicus 2
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BEWERTUNG |
24.05.2026 von MarS12 Jahre nach der erfolgreichen Verfilmung des Literatur-Weltbestsellers Der Medicus von Noah Gordon präsentiert uns der deutsche Regisseur Philipp Stölzl die Fortsetzung der Geschichte um den Mediziner Rob Cole...
Nach seiner Flucht aus dem iranischen Isfahan kehrt der Medicus Rob Cole (Tom Payne) gemeinsam mit einer Gruppe von anderen Hakims in seine Heimat England zurück, wo er seine medizinischen Kenntnisse dafür einsetzen will, den Menschen zu helfen und die überholten Behandlungsmethoden des Abendlandes zu revolutionieren. In London stößt Cole jedoch auf massiven Widerstand durch die elitäre Gemeinschaft der Ärzte, allen voran Dr. Leofric (Francis Fulton-Smith), Leibarzt des schwer erkrankten Königs Canute (Liam Cunningham), sowie Dr. Hunne (Aidan Gillen), Leibarzt der von zahlreichen Fehlgeburten geplagten Königin Mercia (Emily Cox). Als es Cole gelingt, König Canute zu heilen, gewinnt er endlich das von ihm erhoffte Ansehen, und bekommt dadurch sogar die Möglichkeit, als neuer Leibarzt des Königs dessen vom Wahnsinn heimgesuchte Tochter zu untersuchen, wodurch er erstmals in Kontakt mit der Erforschung der menschlichen Psyche kommt. Doch der Preis für die neue Stellung ist hoch, denn unverhofft gerät Cole dadurch mitten in die intriganten Machenschaften am Hofe Londons...
Auch wenn Noah Gordon mit Der Schamane und Die Erben des Medicus seinen Bestseller selbst zu einer Trilogie ausgebaut hat, setzen Philipp Stölzl und seine Drehbuchautoren mit Der Medicus 2 auf eine ganze eigene Fortsetzung, die sich inhaltlich gänzlich von der Romanvorlage löst und eine ganz eigene Geschichte präsentiert. Ganz im Gegensatz zu Der Schamane, der sich mit einem Nachfahren Rob Coles beschäftigte und die Handlung in die Neue Welt verlagerte, setzt Der Medicus 2 dabei direkt an die Ereignisse des Vorgängers an, und führt damit die Geschichte um den ursprünglichen Medicus Rob Cole weiter. Hier setzt die Fortsetzung dann auch nicht mehr nur auf medizinischen Fortschritt und neue Behandlungsmethoden innerhalb der Versorgung von körperlichen Gebrechen, sondern erweitert sein Spektrum zusätzlich um psychische Krankheiten, was sich als durchaus interessante Komponente entpuppt. Leider geraten die medizinischen Aspekte jedoch im Verlauf immer wieder stark in den Hintergrund, wenn die Inszenierung sich zunehmend darauf konzentriert, weitere Handlungsebenen zu integrieren, die mit ihren höfischen Intrigenspielen und politischen Machtdemonstrationen zwar Spannung aufbauen und neue Akzente setzen, innerhalb der Geschichte des Medicus aber eher unpassend wirken. Dazu kommt, dass Der Medicus 2 zwar erneut hervorragend ausgestattet ist und visuell teilweise berauschend schöne Bilder liefert, dabei aber immer wieder vergisst, seinen Figuren Tiefe zu verleihen. Abgesehen von Tom Payne als gereifter und stets charismatisch-freundlicher Medizinier sowie dessen Gegenspielern Aidan Gillen und Emily Cox, die in ihren Antagonistenrollen wohl den nachhaltigsten Eindruck hinterlassen, bleiben hier die meisten Figuren absolut blass und damit auch emotional schwer zu greifen. Etwas kritisch ist zudem auch der doch sehr freie Umgang mit historischen Fakten, der deutlich im Konflikt mit dem ansonsten sehr beeindruckend sowie authentisch ausgestatteten Werk steht...
Details der Blu-ray
Die Blu-ray liefert ein hervorragendes Bild, das sowohl von einer knackigen Schärfe sowie hohem Detailreichtum, als auch satten, strahlenden Farben geprägt ist. Kontratumfang und Schwarzwert bewegen sich ebenfalls auf einem sehr hohen Niveau. Die in Dolby Atmos vorliegende Tonspur zeichnet sich zudem durch eine sehr räumliche, atmosphärische Abmischung aus, die nicht nur Effekte und Umgebungsgeräusche, sondern auch die Dialoge perfekt ortbar und harmonisch im Raum verteilt. Der Score fügt sich unterdessen zwar ebenfalls sehr schön ein und weiß das Geschehen sehr ansprechend zu unterstützen, wirkt jedoch an mancher Stelle durch den Locationwechsel nach Großbritannien mit seinen arabischen Klängen doch etwas unpassend. Cover & Bilder © Constantin Film Distribution GmbH/Zeitsprung Pictures GmbH/Márton Kállai Das Fazit von: MarS
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